Ankunft & Cape Tribulation – 16.-18.07.2017

16.07.

Heute konnte ich schon früh nicht mehr schlafen. Die Vorfreude wuchs als ich bei Flugradar schaute, wo sich unser Besuch für die nächste Woche gerade befindet. Sarah und Michael nehmen nämlich auf ihrer USA-Reise extra einen riesigen Unweg, um die Woche mit uns am Riff und im Regenwald zu verbringen. Schon fast über Brisbane! Also stand ich auf und begann schonmal die Erdbeermüslis vorzubereiten. Um 8 kletterten Patrik und Natalie aus dem Zelt und nach dem Frühstück mussten wir uns beeilen, damit wir pünktlich um 10 Uhr unseren neuen Mietwagen abholen können, denn nur gut eine halbe Stunde später sollten Sarah und Michael landen. Wir fuhren in die Stadt zu Ace, wo wir schneller als gedacht den Wagen, einen ziemlich neuen Toyota Corolla in auffälligem Gelbgrün, vorgefahren bekamen. Das sah uns mal nach einem zuverlässigen Auto fürs Outback aus. Perfekt! Wir teilten uns kurz auf. Patrik und Natalie fuhren zu JB-HiFi, um nach einem Induktionsladegerät für sein laderesistentes Handy zu schauen, und ich ging nochmal zur Bank. Jetzt wurde es aber Zeit zum Flughafen zu fahren, denn die beiden waren schon gelandet. Wir trafen uns bei Ace und fuhren von dort zum Flughafen, der nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfert liegt. Eine halbe Stunde mussten wir uns noch gedulden und die meisten Taxifahrer hatten ihre Gäste bereits eingesammelt, dann war es soweit 🙂 Die Freude war riesig. Es war so schön, sich nach so langer Zeit wiedersehen zu können! Und dass alles gut geklappt hatte. Das Empfangswetter hätte nicht besser sein können. Mit den beiden gut bepackten Wagen fuhren wir erst einkaufen. Hier erzählte Sarah uns dann auch endlich, welche Tour sie für uns alle für Freitag gebucht hat, eine geführte Tag- und Nacht-Regenwalderkundungstour in den Tablelands! Yes 🙂 Natürlich hatte es wie erwartet mit Tieren zu tun 😉 Wir waren schon gespannt! Dann sind wir aufgebrochen Richtung Norden, die Küste entlang und wie geplant bei Trinity Beach an einer Ausfahrt abgefahren. Den Ort hatten wir uns bei der Rückfahrt nach Cairns ausgeguckt, da man hier von der Straße aus schon einige Kängurus auf den Wiesen sehen kann. Die perfekte Gelegenheit die ersten australischen Tiere zu sehen. Allerdings waren die Kängurus etwas scheu und hielten uns auf Distanz und Sarah wurde auch noch durch Kopfschmerzen vom Jetlag geplagt.

Kakadus und Kängurus … check!

Das wurde nach einem Nickerchen bei der Weiterfahrt Richtung Cape Tribulation jedoch besser. Wir setzten mit einer Fähre über den Daintree River in den Daintree Rainforest National Park über. Und dass wir uns hier in eine Hochburg der Krokodile begaben, wurde durch die Warnhinwiese am Fluss und die Krokodiltour-Anbieter offensichtlich. Die Straße durch den Regenwald zu fahren, gefiel uns schon sehr und wir machten den ein oder anderen kurzen Stopp für Fotos. Erinnerungen an Jurassic Park wurden geweckt 😀 Unsere Unterkunft, das PK Jungle Village, und der Anbieter für unsere Schnorcheltour waren direkt gegenüber auf der Straße im Rainforest des bekannten Cape Tribulation. Hier trifft der Regenwald direkt auf den Strand. Was für ein toller Ort um hier die Woche zu vebringen 🙂 Voller Vorfreude auf unsere erste Tour ins Great Barrier Reef morgen früh gingen wir zunächst bei Ocean Safari vorbei, um unsere Buchung zu bestätigen. Dann erkundeten wir etwas den Regenwald bis zum Strand, um uns einen Überblick zu verschaffen. Wir blieben an diesem wahnsinnig tollen Ort bis die Sonne untergegangen war, indem wir den Strand entlang spazierten, auf Palmen kletterten und am Ende versuchten Kokosnüsse von ihren Schalen zu befreien.

Auf Erkundungstour am Cape 🙂

Als es zu dunkel wurde nahmen wir uns eine Nuss mit zurück ins Camp. Während ein Teil von uns begann zu kochen, präparierten die anderen die Türen und Fenster mit Mückennetzen. Beim Kochen bekamen wir kurz Gesellschaft von einer Beutelratte, die unterm Tisch herumschnüffelte. Leider waren wir nicht schnell genug für ein Foto. Zur Feier des Tages machten wir uns heute Burger und fielen anschließend alle satt und müde in die Betten.

Willkommen im Dschungel! Das gemeinsame Kapitel Great Barrier Reef und Daintree Rainforest hatte begonnen 🙂

17.07.

Pünktlich um 7 Uhr schaltete Sarah schon hellwach das Licht an. War das schön nochmal auf einer Matraze zu schlafen! Aber ausschlafen war heute nicht drin, denn um 8 Uhr mussten wir schon drüben bei Ocean Safari für den Schnorcheltrip sein. Aufgrund der Vorfreude kamen wir alle schnell aus den Betten. Trotzdem wurde es am Ende natürlich wieder knapp. Wir bekamen direkt jeder einen Wetsuit in die Hand gedrückt, den wir anzogen und schon ging die ganze Gruppe von gut 20 Leuten los durch den Wald zum Strand. Dort wartete schon ein Motorboot auf uns. Also Schuhe in die Box und durchs knietiefe Wasser an Bord! Wir verstauten eben unsere Sachen und schon schossen wir über das Wasser auf den Ozean und die Berge des Festlands wurden hinter uns immer kleiner und blasser.

Ein Blick zurück lohnt sich! Bis gleich Daintree Rainforest 😉

Das machte riesigen Spaß über die Wellen zu flitzen und die ein oder andere davon abzubekommen. Sarah begann jetzt schon zu frieren und flüchtete auf die Sonnenseite. Nach 25 Minuten waren wir dann beim Mackay Reef in der Nähe einer Sanddüne, die sich hier ein Stück aus den Ozean erhebt. Diese Farben des klaren Wassers um uns herum waren phänomenal und, als wir während den Instruktionen durch den Skipper auch noch eine Schildkröte auftauchen sahen, wollten alle nur noch los.

Bester Schnorchelspot 🙂 Leider gibts nur Bilder von über Wasser wegen ner Panne von Patriks GoPro. Aber auch dort war es traumhaft 🙂

Michael machte den Anfang mit einer Rückwärtsrolle und wir folgten ihm zügig nach. Mit Schwimmflossen war es besonders einfach das Riff zu erkunden und ohne Armbewegungen nah an die Fische heranzukommen. Die bunten Farben der Fische, Seesterne, Korallen und die Riesenmuscheln zogen uns in ihren Bann und ließen die Zeit wieder verfliegen. Auf unserem Weg über das Riff im seichten Wasser entdeckte Michael auch einen Oktopus. Unglaublich, wie schnell und perfekt er sich an die Umgebung anzupassen vermag. Ein Meister der Camouflage! Wir schnorchelten wieder zurück Richtung Boot, da es langsam kalt wurde und Sarah eine Pause machen wollte, um sich etwas aufzuwärmen. Aber vorher wollten wir noch auf der anderen Seite des Bootes vorbeischauen, wo zuvor die Schildkröte aufgetaucht war. Wir stellten fest, dass hier die meisten Schnorchler in einer großen Traube zusammengekommen waren. Hier musste es also etwas zu sehen geben! Wir sollten aber nie dort ankommen, weil wir auf dem Weg schon auf eine große Schildkröte stießen, die am Grund graste. Jetzt war auch Sarah nicht mehr kalt. Es machte einfach unglaublich viel Spaß zu der Schildkröte, die etwa 5 bis 6 Meter unter uns war, hinabzutauchen und ihr möglichst nah zu kommen. Am besten war es aber mit ihr zu schwimmen, wenn sie auftauchte, um zu atmen. Sich einen Moment in die Augen zu schauen und nebeneinander herzuschweben, das war einfach unbeschreiblich. Als die eine Schildkröte zu weit hinausgeschwommen war, stießen wir beim Rückweg schon auf die nächste. Und diese sollte auch nicht die letzte sein, mit der wir schwammen. Wir hätten fast kein Ende gefunden, aber dann kam schließlich das Signal zum Boot zurückzukehren, um den zweiten Schnorchelplatz anzufahren.

2 Minuten brauchte es nur, um zur zweiten Stelle näher an die Sandbank herüberzufahren. Ein kleiner Snack und schon sprangen wir wieder über Bord, um die Unterwasserwelt weiter zu erkunden. Sarah blieb noch etwas auf dem Boot in der Sonne. Es war so schön zu sehen, was dort unter Wasser alles los ist! Diese Vielfalt und Menge an Fischen, die man über Wasser nicht erahnen kann, ist wie eine andere Welt. Unsere Highlights hier waren ein blau-gepunkteter Stachelrochen und eine Gruppe großer Tintenfische, die wir entdeckten, als ich Sarah vom Boot abholte, um ihr den Rochen zu zeigen. Dann war auch hier die Zeit schon wieder um und wir jagten über die Wellen zurück Richtung Strand mit einem neuen überragenden Eindruck von der Unterwasserwelt da draußen 🙂 Für die Rückfahrt setzte ich mich auf einen der Plätze auf dem Schlauch am Rand. Hier musste man sich gut an Schlaufen festhalten, um nicht wie meine Sitznachbarin bei der ein oder anderen Welle im Boot zu landen. Jetzt noch die richtige Musik an und dann wurde vorm Strand nochmal richtig mit Vollspeed durch die Wellen gekurvt. Was für ein Spaß und was für ein Gesamtpaket! Nachdem wir dann zurück im Camp waren, dauerte es nicht lange, da gingen wir jeder mit einem Eis bewaffnet wieder runter zum Strand. Dort fanden wir diesmal zwei reifere Kokosnüsse, von denen relativ schnell die Schale entfernt war.

Endlich fiel eine Kokosnuss vom Himmel 😉 Am Cape Tribulation könnte man endlos spazieren!

Auf dem Weg Richtung Kap aßen wir Kokusnuss, durchquerten einen kleinen Fluss und kletterten schließlich über die Felsen bis zum Ende des Cape Tribulation. Heute war einfach der Turtle Day, denn hier auf den Felsen am Kap sitzend beobachteten und fotografierten wir eine Hand voll Meeresschildkröten die in der Brandung immer wieder auftauchten.

Doch noch ein Schildkrötenfoto heute 😀

Auf dem Rückweg zum Camp trafen wir dann noch unseren Mitbewohner aus Byron Bay. Wieder einer dieser witzigen Zufälle 😀 Nach einer ordentlichen Runde Wraps und einem Krug Bier auf Michaels Masterabschluss in der Bar fielen wir schließlich alle müde ins Bett. Was für ein Tag! Ich hoffe ich hab euch Lust aufs Schnorcheln und aufs Riff gemacht! 😉 Die Vorfreude aufs Tauchen am Mittwoch war auf jeden Fall durch den tollen Tag im Riff heute weiter gewachsen 🙂

18.07.
Sarah war mal wieder als erste wach und sorgte bald dafür, dass auch wir nicht länger schliefen. Der Plan war, heute nach Port Douglas fahren, um beim Anbieter der Tauchtour für morgen einzuchecken und eventuell einen Flug übers Riff zu machen. Bei einem leckren Honigmelonenmüsli bekamen wir besonderen Besuch von einem Pfau. Wie schön es ist, im Regenwald zu wohnen 🙂 Patrik eskalierte etwas mit Sarahs Kamera, sodass wir haufenweise schöne Fotos davon haben.

Unser farbenfroher Besuch

Auf nach Port Douglas! Auf der Fahrt dorthin schauten wir noch im Internet nach angeboten zu Flügen, da uns die Flyer im Camp nicht überzeugt hatten. Außerdem informierten wir uns über eine spannende Tour für Donnerstag, zu der es im übernächsten Blog Informationen gibt. Angekommen in der Stadt schlenderten wir bis zu ABC, dem Anbieter unseres Tauchtrips. Dort wechselten wir uns mit Einchecken und Bespaßung des Border Collies ab und Michael fand ein passendes Tauchgehäuse für seine neue GoPro. Perfekt! Nachdem wir alle eingecheckt hatten, gingen wir noch ein Eis essen und schauten uns noch eine Weile die Stadt an. Dann wurde es Zeit für den Heimweg in den Dschungel. Da wir kein Angebot für einen günstigen Flug heute organisiert bekommen hatten, mussten wir uns von der Idee verabschieden, da man nach dem Tauchen in einem bestimmten Zeitfenster nicht fliegen sollte. Nach dem Essen im Jungle Village wären wir beinahe alle ins Bett gefallen, aber Sarah, Michael und ich konnten uns noch für eine kleine Nachtwanderung im Regenwald aufraffen. Und dort konnten wir jede Menge Augenpaare entdecken, die unsere Lichter reflektierten. Die meisten davon waren Spinnen, aber wir sahen auch einen Aal, eine Beutelratte und am Strand einige Fledermäuse, die uns teilweise erschreckend nah kamen 😀 Es war eine aufregende Nachtwanderung und der spannenste Fund eine große Tarantel, für die wir noch einen kleinen Abstecher durchs Laub nahmen, um ein gutes Foto zu schießen. Mehr oder weniger schweißgebadet kamen wir zurück und überlegten bereits, ob wir morgen nochmal losziehen. Um 11 Uhr wurde es dann auch höchste Zeit, zu schlafen, um morgen früh fit zu sein für den Tag, auf den wir schon Monate hingefiebert hatten.
Bis dahin viele Grüße:)

Ein Gedanke zu „Ankunft & Cape Tribulation – 16.-18.07.2017

  • 31. Juli 2017 um 18:37
    Permalink

    Phantastisch geschrieben und wunderbare Fotos, da erlebt man ja richtig mit…

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.