Krokodilsafari & Regenwaldexpedition – 20.-21.07.2017

20.07.
Heute hätten wir etwas Schlaf nachholen können, aber Sarah stand trotzdem schon um kurz nach 7 hellwach im Raum. Alle wurden langsam wach und während die einen Frühstück vorbereiteten, gingen die anderen die Krokodiltour für heute um 10:45 Uhr buchen. Auch heute kamen wir in Zeitnot und hatten wenige Minuten Verspätung. Aber halb so wild, gerade als wir ausstiegen, kam das Boot am Ufer an. Wir wurden nett empfangen und es wurde schnell wieder abgelegt. Die restlichen Leute wurden auf der anderen Seite eingesammelt. Dann konnte es endlich los gehen. Wir waren extrem auf die riesigen Reptilien gespannt. Zu weit lehnten wir uns auch nicht über die Stangen, denn wer weiß, wo das nächste hungrige Krokodil lauert 😉
Der Guide zeigte uns zu Beginn einen echt gut getarnten Frosch, der in den Ästen der Mangroven saß. Über eine Kamera, die das Live-Bild auf einem Bildschirm wiedergab, zeigte er, wo genau dieser sich versteckte. Ich hatte ihn auch erst gar nicht sehen können. Ein sehr hübsches Exemplar.
Ein kleines Stückchen weiter sahen wir dann eines der größten Krokodile überhaupt, zumindest eines von der größten Krokodilart der Welt. Es war noch ein junges und gut einen halben Meter lang. Kurz darauf bekamen wir aber ein größeres zu sehen. Faszinierend diese Tiere, richtige Dinosaurier! Auf der Fahrt weiter den Daintree River entlang sahen wir noch einige Krokodile, Männchen wie Weibchen.

Was ein Anblick 😮

Als wir vor einem Weibchen stoppten, zeigte der Guide uns auf dem Bildschirm ein Bild von diesem zusammen mit dem wohl größten männlichen Krokodil dieser Gegend. Es heißt Scarface und wirkte 3-mal so groß wie das Weibchen, welches vor uns im Wasser entspannte. Während die Weibchen irgendwann aufhören zu wachsen, werden die Männchen immer größer und größer. Wir lernten einiges über Krokodile und in den Sommermonaten könne man wohl den ein oder anderen Kampf beobachten. Zur Zeit wärmen sich die Krokodile tagsüber eigentlich nur auf und regulieren ihre Körpertemperatur durch Öffnen des Mauls.
Auf dem Weg zurück war ein Krokodil nicht mehr zu finden. Der Guide sagte, es könne überall sein, denn die Krokodile lassen keine Luftblasen aufsteigen, wenn sie nicht gesehen werden wollen. Krokodile sehen einen aus dem Wasser, aber man selber kann sie nicht erkennen! Doch plötzlich deutete er auf die Mitte des Flusses. Dort war das Krokodil tatsächlich aufgetaucht. Man merkte kaum, dass es sich bewegte, aber trotzdem schwamm es flott vorwärts. Zum Abschluss machten wir noch einen Abstecher in einen Flussarm, der nur so von Mangroven übersäht war. Ein sehr schöner Anblick. Nun ging es aber zurück zur Anlegestelle. Als wir am Auto standen, tauschten wir uns aus und alle würden die Tour am liebsten nochmal machen. Wir wollten nämlich unbedingt Scarface sehen! Was das wohl für ein gigantisches Krokodil ist. Das war echt eine mega coole Tour!
Bevor es zurück ging, nutzten wir den Netzempfang, um eine Unterkunft in Cairns für die letzte Nacht mit Sarah und Michael zu buchen. Es wurde wieder der Cairns Holiday Park, also werden wir wohl zu fünft campen 🙂
Nun ging es zurück und an der Unterkunft angekommen, gönnten wir uns zumächst das ein oder andere Eis. Anschließend brachen wir auf, um zum Cape Trib Beach zu spazieren. Dieser befindet sich auf der anderen Seite des Kaps. Also gingen wir den schon bekannten Myall Beach hinauf, über die kleine Flussmündung in den Regenwald. Kleinere Hügel hinauf, an so einigen Lianen vorbei und schon kamen wir auf der anderen Seite an. Der Strand schien kein Ende zu nehmen. Ein Sonnensegel aus Palmenblättern erschien uns da perfekt für eine Fotosession.

Wer hat die Kokosnuss geklaut? 😀

Von hier aus ging es auch nur noch bis zu einigen Mangroven und dann machten wir kehrt. Es war auch schon ganz schön spät geworden. Auf dem Weg zurück spielten wir Schnick-Schnack-Schnuck und die beiden Verlierer sollten schon mal kochen gehen während die anderen nochmal zu den Meeresschildkröten gehen könnten. Michael und mich traf es, aber es sollte doch anders kommen. Denn die Flut war schon stark fortgeschritten. Wir wollten uns lieber schnell beeilen, da die Flussmündung schon einiges tiefer war als beim Hinweg. Während es vorhin knapp bis auf Kniehöhe war, war es nun mehr als Hüfttief. Vor allem durch das Wissen, dass die Krokodile nun aktiv sein könnten, eilten wir durch das Wasser. Unsere Wertsachen hielten wir dabei so weit wie möglich nach oben, doch es wurden ein paar Sachen nass. Aber wir waren froh, dass wir alle heile drüben waren 😀 Nun mal zurück zum Camp und endlich kochen. Anschließend fielen wir alle müde in die Betten.
21.07.
Zum Sonnenaufgang stiegen wir heute aus den Betten und spazierten den kurzen Weg zum Strand. Relativ viele Wolken, aber trotzdem ein wunderbarer Sonnenaufgang.

Sonnenaufgang am Cape Trib!

Zurück am Camp machten wir Frühstück. Wie eigentlich an jedem Morgen ließen wir uns ein wenig zu viel Zeit, sodass wir nachher etwas in Zeitverzug gerieten. Nach dem Frühstück hieß es nämlich packen. Alle packten ihre Sachen zusammen und räumten diese in die Autos. Wir checkten noch rechtzeitig vor 10 Uhr aus und konnten losfahren in Richtung Cairns. Um 20 nach 1 sollte uns dort ja die Tour erwarten, die Sarah für uns alle gebucht hat. Nur dauert es echt lange bis man von Cape Tribulation in Cairns ankommt. Beim Croctouranbieter machten wir nochmal Halt und verschenkten unser letztes Fährenticket 🙂
Wir beeilten uns beim Einkauf und kamen um 20 nach 1 beim Holiday Park an. Schnell eingecheckt und dann zum kleinen Bus gegangen, der schon abfahrbereit war. Day and Night Wildlife Tour stand nun auf dem Programm.
Endlich saßen wir im Transporter und freuten uns alle extrem auf die Tour. Zunächst holten wir noch die restlichen Personen ab. Der aus Deutschland stammende Guide fragte zunächst, ob jeder schon Kängurus gesehen habe. Durch unseren kleinen Abstecher nach Trinity Beach konnten sogar Michael und Sarah diese Frage bejahen. Kurz darauf fuhren wir an einer Wiese vorbei, an der einige Kängurus grasten. Für jeden gab es ein Fernglas und so versuchte man einen besseren Blick auf die Känguruart zu erhaschen. Nun hatten wir eine längere Autofahrt vor uns. Von Cairns bis zu den Atherton Tablelands ist es eine gute Stunde. Doch diese war alles andere als langweilig! Der Guide gab uns jede Menge interessante Informationen über den Regen- und Trockenwald. Alle lauschten ihm während er über die Serpentinen raste. Dann kam die Frage, was wir denn alles heute sehen wollen. Eigentlich erhofften sich alle Schnabeltiere und Baumkängurus sehen zu können. Der Guide schien ganz zuversichtlich mindestens eins von beiden aufzufinden. Der erste Stopp war beim Lake Barrine. Dem zweitgrößten Kratersee der Tablelands. Den größten haben wir ja schon vor knapp 2 Wochen gesehen, Lake Eacham. Wir spazierten dort runter zum See und wollten eine Wanderung durch den Regenwald starten. Doch direkt beim Start zeigte uns der Guide eine Schlange, die schwarze rot-Bauch Schlange. Die Tour gefiel uns schon jetzt richtig gut und es sollte so weitergehen. Bei der kurzen Wanderung sahen wie zwar nicht die erhofften Rat-Kängurus, die die Größe eines Meerschweinchen haben, aber wir sahen ein paar Spinnen, Truthähne, Kauribäume und eine riesige Liane, auf der man Schaukeln konnte. Nebenbei gab es massig Informationen über Termiten und alles weitere, was wir zu Gesicht bekamen. Unser Highlight war ein relativ kleines Insekt, eine Stachelschrecke. Wie unser Guide die überhaupt entdeckt hat!

Camouflage at its best, wo ist sie?

Von hier aus sollte es dann auf die Suche von Schnabeltieren gehen. Also fuhren wir wieder durch die Tablelands und kamen nach einer Viertelstunde an einem ruhigen Bachlauf an. Der Guide meinte, wir sollen Ausschau halten und wenn noch keines aktiv ist, würden wir gleich nochmal vorbeischauen. Doch sie waren schon aktiv. 3 Schnabeltiere waren immer wieder abwechselnd zu sehen. Leider konnten wir nicht auf die Grasfläche direkt am Wasser, weil dort Kühe herumliefen.
Nach einer Weile machten wir uns auf die Suche nach den Baumkängurus. Dafür fuhren wir etwa 10 Minuten und wählten schon einmal das Gericht aus, welches wir bei einem schweiz-italiänischem Restaurant essen wollten. Der Transporter stoppte am Straßenrand und wir stiegen aus. Und es schien als hätten wir heute großes Glück. Am ersten Baum neben dem Auto hing ein Baumkänguru in der Krone. Erst bewegte es sich kaum, doch nach einigen Minuten aß es etwas und posierte dabei für gute Bilder 😀

Ja, wer ist denn da? 😀

Da wir so schnell ein Baumkänguru gefunden hatten, entschieden wir uns dazu wieder zurück zu den Schnabeltieren zu fahren und dort noch einige Minuten zu verharren. Wieder waren die Schnabeltiere sehr aktiv und dieses Mal konnten wir auf die Weide.

Es ist schwer ein Schnabeltier zu erwischen 🙂

Nachdem alle glücklich waren, Schnabeltiere und Baumkängurus gesehen zu haben, fuhren wir das Restaurant an. Wir hatten auch alle gut Hunger. Da wir schon vorher bestellt hatten, warteten wir auch nicht lange, da stand zunächst der Salat und dann das Chicken-Gericht auf dem Tisch. Es war zwar relativ wenig, aber den Hunger schmälerte es und wir wollten den Abend ja nicht mit Essen verbringen. Wir wollten nämlich die Nachtwanderung starten.
Mittlerweile war es stockfinster und wir haben auf der Reise bisher immer versucht das Autofahren im Dunkeln zu vermeiden, aber heute ging es ja gar nicht anders. Es dauerte nicht lange, da hielten wir im Gras neben einer Straße an. In den Scheinwerfern sah man kurz ein kleines Wallaby sitzen. Alle ausgestiegen, ging unser Guide mit Stirnlampe bewaffnet voran. Immer wieder hörten wir es rascheln in den Bäumen und ab und zu hörte man eine Eule. Es war echt cool, so mit der Geräuschkulisse nachts am Regenwald entlang zu laufen. Einige Baumbeutler bekamen wir zu Gesicht und einen echt gut getarnten Blattschwanzgecko. Wir fragten uns wieder einmal wie er diese überhaupt finden konnte! Mit der Kamera machten wir ein Foto, damit allen gezeigt werden konnte, wo sie sich aufhält. Wir drehten langsam um, da wir noch an einen anderen Spot wollten. Auf dem Weg entdeckte der Guide etwas hoch in den Bäumen. Er versuchte uns zu erklären, wo genau das Tier sein sollte. Nach einer Weile hatten es dann alle gefunden. Es war die Eule. Durch das Licht der Stirnlampe konnte man eine rote Reflektion von den Augen wahrnehmen. Schon mystisch!
Den zweiten Spot kannten wir drei schon. Wir fuhren zum Curtain Fig Tree. Doch im Dunkeln ist es schon was ganz anderes! Ein kleiner Spaziergang um den riesigen Baum herum und so langsam ging es zurück zum Transporter. Zum Abschluss sahen wir noch einen letzten, aber sehr fotogenen Baumbäutler.

Schmatz, schmatz

Es war schon spät und wir hatten einen langen Tag hinter uns. Auf der Fahrt nach Cairns schlief der ein oder andere ein und auch ich wachte erst in Cairns wieder auf. Wir bedankten uns beim Guide für eine echt mega coole Tour und gingen dann zum Zeltplatz. Das Lager wurde schnell aufgeschlagen, doch Hotdogs aßen wir heute keine mehr. Sarah und Michael hatten die Ehre die letzte Nacht in unserem Starchild zu verbringen. Nicht nur Sarah und Michael werden morgen zum Flughafen gebracht, sondern auch das Spaceship geben wir ab. Eine sehr schöne Woche geht zuende, aber ein nächstes Abenteuer steht an!
Bis die Tage

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