Wanderlust – 28.-30.07.2017

Hallo ihr lieben Gefährten,

wie ihr gelesen habt, steht seit dem gestrigen Tag hauptsächlich wandern auf dem Programm, so auch heute. Nach dem anstrengenden und doch erlebnisreichen Tag im Kings Canyon begeben wir uns wieder dort hin, da wir uns den deutlich kürzeren Creek Walk nicht entgehen lassen wollten. Schon am Morgen zeigt hier die Sonne was sie kann. Die Hitze war schon deutlich zu spüren und so waren wir ziemlich dankbar, dass die Bäume uns viel Schatten boten. Wir folgten dem ausgetrockneten Bachlauf, kletterten über diverse Steine, die uns auf dem Weg begegneten und kamen ganz unerwartet nach 15 Minuten an einer Absperrung an. Auf Grund eines Unwetters letzten Jahres, kann die Plattform fürs Erste nicht mehr betreten werden. Da meldet sich wieder unser Glück der Reise zu Wort. Naja… Schade wars, aber auch an dieser Stelle konnten wir gute Fotos machen und uns zusätzlich in Ruhe hinsetzen und die Stille genießen.

Dieses Mal im Canyon

Ok, nun reicht es! Wir kehrten um. Im Wlan am Parkplatz schauten wir noch kurz was im Internet nach. Würde es diese Hotspots an einigen Sehenwürdigkeiten nicht geben, wäre man im Outback ziemlich aufgeschmissen. Sowas wie Empfang sucht man vergebens.
Unser nächster Halt waren die Kathleen Springs. Hier gibt es einen relativ kurzen Wanderweg zu einer Wasserquelle. Im Gegensatz zu dem Rim Walk beim Kings Canyon war dieser eine Wohltat. Der Weg war asphaltiert und es gab kaum Steigerungen zu bewältigen. Die Wanderungen am und um Kings Canyon sind definitiv zu empfehlen!
Nun kam aber der Zeitpunkt, wo nur noch Strecke gemacht werden musste. Die Sehenwürdigkeiten liegen vielleicht „nur“ 100-200 km Luftlinie auseinander, sind mit dem Auto aber erst nach 3-4 Stunden erreicht.
Es war schon Mittag als wir losfuhren und so auch nicht verwunderlich, dass wir spät am Campingplatz ankamen. Außerdem haben wir noch einen Stopp bei einem Lookout gemacht, um Fotos vom Mount Connor, den wir anfangs fälschlicherweise für den Uluru gehalten haben, zu machen.

Mt. Connor – Fliegenalarm

Eine Plage kündigte sich hier schon an! Wir stiegen aus und wurden direkt von Fliegen belagert. Es war kaum auszuhalten. Sie machten keinen Halt vor Augen, Nase, Ohren oder generell dem Gesicht. So wurde der Aufenthalt schnell beendet!! Am Campingplatz angekommen bauten wir unser Zelt auf und fingen an zu kochen. Auch hier erwiesen sich die Fliegen als Plage. Es ging sogar so weit, dass ich mein netzähnliches Oberteil auf den Kopf setzte. Dies erwies sich nicht vorteilhaft, weshalb ich mir eine Tüte schnappte und mir Augen und Atemlöcher rausschneidete. Diese Aktion sah wohl so grausam aus, dass mir eine Frau ihr Fliegennetz, extra für Hüte und den Kopf gemacht, anbot. Liebe, hilfsbereite Australier!! Auch später bekamen wir wieder die australische Art zu spüren. Ein älteres Pärchen bat uns ihre 3 Tages-Tickets für den Uluru-Kata Tjuta NP an, da sie heute nur einen Tag dort waren. Wir nahmen die Karten dankbar an. Leider waren es nur zwei Karten, aber die Geste war einfach unglaublich nett. Gemütlich beendeten wir unseren Tag im Zelt. Als ich mich kurz zum Klo aufmachen wollte, hörte ich ein Rascheln im Busch. Ein Dingo lief an mir vorbei…

29.07.2017
Obwohl wir uns heute vorgenommen haben, den Uluru Base Walk zu starten, haben wir uns bei unserer Morgenroutine Zeit gelassen. Als alles erledigt war, tankten wir auf und fuhren endlich los. Etwas mehr als eine Stunde Fahrt trennten uns vom geplanten Campingplatz.
Am Campground angekommen, bauten wir direkt unser Zelt auf und suchten eine geeignete Wanderung für den verbleibenden Tag. Da der Einkauf noch ausstand, die Fahrt bis zum Uluru und den Kata Tjutas (Olgas) mindestens eine halbe Stunde dauern wird und wir keine lange Wanderung in der Mittagssonne machen wollten, entschieden wir uns für den Walpa Gorge Track. 1 Stunde sollte heute noch zu schaffen sein.
Einkauf – Check! Schnell zum Campingplatz, um alle Sachen im Kühlschrank zu verstauen. Unser eigentliches Ziel für heute kann nun endlich angesteuert werden. Zwei Karten für den Nationalpark haben wir schon, d.h. gleich müssen wir uns nur noch eine Karte besorgen. Kurz vor dem Gate fragte Tobi noch, was wir denen sagen, wenn wir nach der Herkunft der anderen zwei Karten gefragt werden. Ach, da machen wir uns keine Gedanken! Die werden schon nicht fragen! Haha… Tobi: „Wir bräuchten noch ein Ticket. Wir waren gestern schon im Park und haben nun eine Freundin dabei, die ein Ticket braucht.“ Verkäuferin: „Woher haben Sie die Tickets?“ Ehm… Wir haben uns etwas zusammen gestottert, bis wir ihr einfach gesagt haben, dass wir die Karten angeblich in der Stadt gekauft haben… Zack, Tickets weg. 75$ bitte. Mit unseren neu erworbenen 3 Tages-Tickets fuhren wir in den Park.
Auf dem Weg nach Kata Tjuta hielten wir an einem Lookout an. Von hier aus hatten wir einen unglaublichen 360° Blick über die Gegend. Zur Rechten der Uluru, zur Linken die Kata Tjutas. Nun stellt euch vor, wie schön das ausgesehen haben muss.

Kata Tjuta Lookout

Wir setzten unsere Fahrt fort. Kurze Fotopause an der Picknick-Area der Olgas. Liebe Grüße an dich Oma, musste dort an dich denken! 🙂
Nun waren wir in nicht mal einer Minute am Carpark. Heute wie jeden Tag hier im Outback war es ziemlich warm. Gut, dass die Schlucht uns einiges an Schatten bot. Der Pfad führte uns zu einer Plattform, von welcher aus wir eine gute Aussicht auf beide Seiten der Schlucht hatten.

Spaziergang im Schatten*-*

Da wir auf dem Hinweg vom Wildlife enttäuscht wurden, machten wir einen kleinen Abstecher auf die Plateaus, um Wallabies, Echidnas oder Ähnlichem zu begegnen. Auch hier leider eine Enttäuschung. Trotzdem war es ein schöner, kurzer Track, bei dem man einen ersten Eindruck von den Olgas bekommt.

Schöne Kulisse

16 Uhr. Die große Frage nun: Bleiben wir hier und warten 2 Stunden auf den Sonnenuntergang oder fahren wir direkt zur Campsite? Wir entschieden uns fürs Warten. Die Zeit verbrachten wir mit Bloggen. Und so lange hat es eigentlich auch nicht mehr gedauert. Kurz vor 18 Uhr suchten wir uns einen schönen Platz. Mit jeder Minute, in der die Sonne unterging, wurden die Berge in eine andere Farbe getaucht. Rot, orange, lila, braun und verschiedenste Kombination.

Nur noch die Olgas werden beschienen

Wir schauten uns das Spektakel eine Weile an. Die Dämmerung hat nun eingesetzt und wir müssen los, sonst wird es zu dunkel. Und im Dunkeln in Australien zu fahren ist nie eine gute Idee!!!
Es wurde immer dunkler… Zum Glück liefen kaum Tiere rum und so sind wir ohne einen Unfall am Campingplatz angekommen.
Nun hieß es schnell kochen, duschen und schlafen. Als wir nach dem Abendessen spülten, bemerkte Tobi an unserem Tischbein eine Redback. Gut, dass uns in letzter Zeit so viele Redbacks bei unseren Tätigkeiten mit ihrer Anwesenheit beehren.

Naja… Morgen steht der Sonnenaufgang am Uluru und eine lange Wanderung an.

30.07.
Der Wecker geht, keiner reagiert. Heute steht eigentlich der Sonnenaufgang an, aber dafür haben wir den Wecker zu spät gestellt und beim ersten Blick raus, sahen wir nur Wolken. Also wieder zurück in den warmen Schlafsack noch ein wenig rumliegen.
Wie immer lagen wir zu lange rum, dass es nachher wieder in Hektik ausgeartet ist. Zur Morgenroutine gehörte heute glücklicherweise nur das Frühstück und Zähne putzen, da wir den Aufenthalt um einen Tag verlängert haben. Danach konnten wir auch schon losdüsen. Uluru Base-Walk wurde auf den nächsten Morgen verschoben, da wir bei diesem Wetter eher den Valley of the Winds Walk an den Olgas machen wollten. Einen steilen Aufstieg mit Treppen bewältigt man oder wohl eher ich besser bei kühlerem Wetter.
Am Parkplatz bereiteten wir uns auf den Walk vor. Warm anziehen, Wasser und Proviant einpacken und los. Eins haben wir vorher leider vergessen. Hier gibt es kein Klo, also einhalten. Auch die Backpackergruppe, die in der Nähe von uns geparkt hat, hatte das gleich Problem. Ach, hey, seid ihr nicht die, die neben uns am letzten Campingplatz gecampt haben? Und so kamen wir ins Gespräch. Schnell hat uns die Gruppe in ihre Kreise aufgenommen und wir gingen den Walk zusammen. Wir quatschten, lachten und merkten die Anstrengung dabei gar nicht. Und auch das Zeitgefühl wurde ein wenig eingeschränkt. Der erste Lookout, Karu Lookout, war schnell und mühelos erreicht. Ein Ausblick über das Tal bot sich uns hier. Nicht lange hielten wir uns an diesem Aussichtspunkt auf, sondern setzten unseren Walk fort. Zum Karingana Lookout führte das steilste und anstrengendste Stück des ganzen Rundwegs. Auf einem Felsplateau kämpften wir uns hoch und wurden oben mit einem unglaublichen Ausblick auf das Tal belohnt. Ach, quatsch… Wen treffen wir oben? Die französische Familie, die uns am Cairns Holiday Park das Geld gewechselt hat und der wir unsere Bodyboards andrehen wollten. Unglaublich wie groß dieses Land ist und wie häufig wir schon den gleichen Leuten begegnet sind.
Hier oben verweilten wir, um zu snacken und vor allem Fotos zu machen.

Valley of the Winds

In dieser Zeit merkten wir auch wieso es Valley of the Winds heißt. Wir waren dankbar für jede Sekunde in der die kalten Windströme nachließen. Irgendwann wurde es uns zu kalt, sodass wir uns runterbegaben und uns dort durch die Büsche kämpften. Nach 3 Stunden war es dann auch vorbei. Wir verabschiedeten uns und fuhren wieder in die „Stadt“. Kurz einkaufen und dann zur Campsite. Wir erledigten alle offenen To Do’s und verbrachten die Zeit bis zum Sonnenuntergang im Zelt. Zum Glück haben sich die Wolken verzogen. Gegen 17:30 Uhr mussten wir uns sputen, um rechtzeitig am Lookout zu sein. Mensch, da war was los. Trotzdem haben wir eine schöne Stelle gefunden. Auch am Uluru war der Sonnenuntergang beeindruckend. Die Sonne ließ den Himmel und den Monolithen in verschiedensten Farben erstrahlen.

Der Uluru brennt 😀

Leider ist dieses Farbenspiel immer sehr schnell vorbei und so machten wir uns wieder auf den Weg.

Ein kurzer Halt für die Olgas-Silhouette

Es war Zeit zu kochen. Da es jeden Abend super kalt ist und ich eigentlich immer friere, legten wir uns ins Zelt und ließen den Tag in unseren warmen Schlafsäcken ausklingen.

Liebe Grüße und bis bald!

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